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Plattdeutsche Geschichten
Sabine Schierholz und Ernst Meier

zurĂĽck zur Ăśbersicht 2008

De flotte Sportlehrer    19.04.08

 Herm ess vör Johrn Sportlehrer an euner Scheole in Lemje wesen un heu was bĂĽi den Scheoler beleuwt. Heu hät geoe, nĂĽjje Infälle hat; heu was euner van den Lehrern, de et anpackt hät. Ă–ber de Unnerricht bĂĽin Lehrer Herm hät eunen Nodeil hat. Heu was de Meununge, dat Kondischeon blauĂź met langen Läupen teo kriegen sĂĽi. Nich man blauĂź seon schlappet Training inner Sporthall´n un up den Scheolgelänne. Ne, för änne hät et de Iutdiuerlaup up den Lemjer Stadtwällen brocht. De Scheoler hät dat harĂĽmmelaupen in Turnheosen up den Kastanjenwall gornich gefalln. Asseo hät sick de jungen Kerls wat iutdacht, ĂĽmme de Geschichten eun Enne teo maken. DĂĽsser Plan hadde wat domet teo deon, dat de Herm eun rächter „Härtensbrecker“ was. Un dat gink seo: An´n Nomeddag ĂĽmme 15 Iuer ess de Rotte lauslaupen, vörnean de Lehrer Herm, achteränne de Jungs van´n Lichtathletikkurs. Un wo dat seo was hät Herm eun paar van sĂĽinen Meken dreppen. FrĂĽndlik hät heu bĂĽi de Ă–rsten wunken un reopen: „Hallo Susi!“ „Hallo Herm“, see dat Meken. Un olle Jungs iut den Kursus hät auk wunken un reopen: „Hallo Susi, hallo Herm!“ BĂĽi de Ă–rsten hät sick Herm nau wunnert, bĂĽi de Tweuten hät heu sposom kecken os de Chor „Hallo Renate, hallo Herm“ reopen hät. BĂĽi den naichsten Luit döö Herm, os of heu dat Meken nich kenne, öber den Jungs hät niu bĂĽi jeuder reopen „hallo Meken, hallo Herm!“ Un jeudet Meken hät lacht un wunken, auk wänn et den Herm gornich kannt hät. Ofschons dat mol eun ganĂź interessanter Nomeddag was, was et dat läßte Mol, dat Herm met den Jung up den Kastanjenwall gink. Dono hät dat Lauptraining upn Scheolgelänne stattfunnen.

Ton folgt in KĂĽrze

Der flotte Sportlehrer

Hermann ist vor Jahren Sportlehrer an einer Schule in Lemgo gewesen und er war bei den Schülern beliebt. Er hat gute, neue Einfälle gehabt; er war einer von den Lehrern, die es angepackt haben. Aber der Unterricht bei dem Lehrer Hermann hat einen Nachteil gehabt. Er war der Meinung, dass Kondition nur mit langen Läufen zu erreichen sei. Nicht mal nur so ein schlappes Training in der Turnhalle und auf dem Schulgelände. Nein, für ihn hat es der Dauerlauf auf den Lemgoer Stadtwällen gebracht. Den Schülern hat das Laufen in Turnhosen auf dem Kastanienwall gar nicht gefallen. Also haben sich die jungen Männer etwas ausgedacht, um der Geschichte ein Ende zu machen. Dieser Plan hatte was damit zu tun, dass Hermann ein rechter Herzensbrecher war. Und das ging so: Am Nachmittag um 15.00 Uhr ist die Rotte losgelaufen, voran Lehrer Hermann, dahinter die Jungen aus dem Leichtathletikkurs. Und wie das so war hat Hermann ein paar seiner Mädchen getroffen. Freundlich hat er bei der ersten gewunken und gerufen: „Hallo Susi!“ „Hallo Hermann“, sagte das Mädchen. Und alle Jungen aus dem Kurs haben auch gewunken und gerufen: „Hallo Susi, hallo Hermann!“ Bei der Ersten hat sich Hermann noch gewundert, bei der Zweiten hat er sparsam geguckt als der Chor „Hallo Renate, hallo Hermann“ gerufen hat. Beim nächsten Mädchen tat Hermann so, als ob er das Mädchen nicht kannte, aber die Jungen haben nun bei jeder gerufen „hallo Mädchen, hallo Hermann!“ Und jedes Mädchen hat gelacht und gewunken, auch wenn es den Hermann gar nicht gekannt hat. Obwohl das mal ein ganz interessanter Nachmittag war, war es das letzte Mal, dass Hermann mit den Jungen auf den Kastanienwall ging. Danach hat das Lauftraining auf dem Schulgelände stattgefunden.