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Plattdeutsche Geschichten
Sabine Schierholz und Ernst Meier

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Raute Reosen               9.02.08

 An´n 12. Februar ess Valentinsdag, do ess et Briuk, süinen „Schatz“ eoder eunen leuwen Frünne eune Froide teo maken. In´n läßten Johr häbbe eck oll eunen Dag vör´n Valentinsdag wat bekommen. Müin leuwer Metschrüiwer, de Ernst, hät müi eune graute Tafel Schokelade schonken. Müin Schatz, de Andreas, hät müi an´n Valentinsdag glüick in´r Uchte eune email met eunen grauten rauten Härten schickt. Büi müiner Modder was dat an´n Valentinsdag 2007 seo: Os müin Vadder morns teon Frohstück in de Kücken woll, hät sick müine Modder in´n Dür stellt und änne den Wäg versperrt. Müin Vadder hät sick wunnert un froget, wat dat sall. „Vandage ess Valentinsdag. Wo sind müine rauten Reosen?“, see müine Modder. Müin Vadder hät anfert: „Hier gibt´s keine roten Rosen, nur tote Hosen.“ Süine Friu hät lacht, hät et öber nau wetten wolln. Asseo hät et den Kerl van ührer Frünnin in Hannover anreopen. „Morn, Jüsken“, see et in´n Kürkasten. „Wat döö diu dänn nau in Hannover. Bist diu nich met ´nen Striusk rauter Reosen upn Wäg no Süikholt teo düiner Hilde? Niu wärt dat öber Tüit.“ „Nö, dat niu nich“, hät Jüsken antfert. „Öber eck häbbe ja jümmerhen oll büi Hilde anreopen; dat ess doch auk wat.“ Dat was dat. Müine Modder hät jühre Frünnin in Schüer anreopen. „Hät diu dänn oll raute Reosen van düinen Fritken teon Valentinsdag bekommen? „Raute Reosen? De häbbe eck müin Liebedag nau nich van den Kerl bekommen. Wänn eck Reosen häbben well, dänn kaupe eck müi eunen Striusk för 1,99 büin Aldi.“ Dat was asseo de Valentinsdag in´n lippsken Südausten. Müin Vadder hät müiner Modder öber nau an´n Nomeddag eunen schönen Striusk brocht.

Rote Rosen

 Am 12. Februar ist Valentinstag, da ist es Brauch, seinem Schatz oder einem lieben Freund eine Freude zu machen. Im letzten Jahr habe ich schon einen Tag vor dem Valentinstag etwas bekommen. Mein lieber Mitschreiber, der Ernst, hat mir eine große Tafel Schokolade geschenkt. Mein Schatz, der Andreas, hat mir am Valentinstag gleich in aller Frühe eine email mit einem großen roten Herz geschickt. Bei meiner Mutter war das am Valentinstag 2007 so: Als mein Vater morgens zum Frühstück in die Küche wollte, hat sich meine Mutter in die Tür gestellt und ihm den Weg versperrt. Mein Vater hat sich gewundert und gefragt, was das soll. „Heute ist Valentinstag. Wo sind meine roten Rosen?“, sagt meine Mutter. Mein Vater hat geantwortet: „Hier gibt`s keine roten Rosen, nur tote Hosen.“ Seine Frau hat gelacht, hat es aber nun wissen wollen. Also hat sie den Mann ihrer Freundin in Hannover angerufen. „Morgen, August“, sagte sie ins Telefon. „Was machst du denn jetzt in Hannover. Bist du nicht mit einem Strauß roter Rosen auf dem Weg nach Siekholz zu deiner Hilde? Nun wird es aber Zeit.“ „Nein, das nun nicht“, hat August geantwortet. „Aber ich habe ja immerhin schon bei Hilde angerufen; das ist doch auch was.“ Das war das. Meine Mutter hat ihre Freundin in Schieder angerufen. „Hast du denn schon rote Rosen von deinem Fritzchen zum Valentinstag bekommen? „Rote Rosen? Die habe ich meinen Lebtag noch nicht von dem Kerl bekommen. Wenn ich Rosen haben will, dann kaufe ich mir einen Strauß für 1,99 bei Aldi.“ Das war also der Valentinstag im lippischen Südosten. Mein Vater hat meiner Mutter aber noch am Namenstag einen schönen Strauß gebracht.