Startseite

Noch mehr Lippisch Platt gibt es hier:

Plattdeutsches
Wörterbuch


Gedichte

Lieder

Geschichten

Lippske-Leuer

Plattdeutsche Links

Impressum














 

              
Plattdeutsche Geschichten
Sabine Schierholz und Ernst Meier

zurück zur Übersicht 2008

Zum Anhören klicken Sie bitte in das Symbol (mp3-Datei)

De verstoppte Schottsteun  5.1.08

Wänn et kault ess, wärt vandage de Heizung anmaket, auk wänn dat Ölje gerode dühr dur ess. Frohr word Holt iut den Schoppen holt un de Oben anbott. Wat dobüi ollet passörn kann, dovan hät eun bekannter Schrüiwerling iut England düsset Dittken vatellt: Heu ess an eunen Nüjjohrsmorn met eunen ornliken Kaddenjammer wach worn, wüil heu sick teo Sülwester eunen up de Lüchten goten hät. Os heu den Oben anboiten woll, was de Küken seo butz vuller Qualm, dänn de Schottsteun was verstoppt. Ümm änne früch teo kriegen ess heu met süiner Flinten upet Dack stiegen un hät eun paarmol in den Schottsteun schotten. Hät öbber nich hulpen, de Kamüin bleiw verstoppt. Doför was de ganße Küken niu vull met Reot un de Nower kamm habüi störtet ümme teo küiken, wat do passört ess. Up den Rot van süinen Nower hät heu niu versoiket, den Schottsteun met Hülsenbracken (=Stechpalmenzweigen) früchteopruken. Dobüi ess up halwen Wäg dat Strick lausgangen un de Braken sind in´n Schottsteun stecken bliewen. Unnertüits hät de Nower süinen Schottsteunbespen holt. Dat hät öbber auk nich klappt: de Bespen hät sick in de Hülsenbracken verfangen un bleiw auk nau stecken. Wat niu? De Kerls hät örstmol eun eoder tweu Beuer drunken un sick beroon. Dänn sind seu met eunen Kanister Benzüin upet Dack kladdert, ümme den Schottsteun früch teo bränn´n. Leider hät de beuden nich bedacht, dat unnen in de Küken de Oben nau brannte un de Schottsteun dorümme heut was. Juste os seu dat Benzüin in´n Schottsteun geuten hät gaff et eunen mortsk Knall. Dat Hius hät wackelt, den Kerls jühre Augenbriunnen sind futsch wesen, öbber de Schottsteun was wier früch.

Der verstopfte Schornstein

 Wenn es kalt ist, wird heute die Heizung angemacht, auch wenn das Öl gerade sehr teuer ist. Früher wurde Holz aus dem Schoppen geholt und der Ofen angefeuert. Was dabei alles passieren kann, davon hat ein bekannter Schreiber aus England diese kleine Geschichte erzählt: Er ist an einem Neujahrsmorgen mit einem ordentlichen Katzenjammer wach geworden, weil er sich zu Silvester einen auf die Lampe gegossen hatte. Als er den Ofen anzünden wollte, war die Küche sofort voller Qualm, denn der Schornstein war verstopft. Um ihn frei zu bekommen, ist er mit seiner Flinte aufs Dach gestiegen und hat ein paar Mal in den Schornstein geschossen. Hat aber nicht geholfen, der Kamin bleibt verstopft. Dafür war die ganze Küche nun voll mit Ruß und der Nachbar kam herbeigestürzt um zu gucken, was da passiert ist. Auf den Rat von seinem Nachbarn hat er nun versucht, den Schornstein mit Stechpalmenzweigen frei zu prökeln. Dabei ist auf halbem Weg der Strick losgegangen und die Zweige sind im Schornstein stecken geblieben. Inzwischen hat der Nachbar seinen Schornsteinbesen geholt. Das hat aber auch nicht geklappt: der Besen hat sich in den Stechpalmenzweigen verfangen und bleibt nun auch stecken. Was nun? Die Männer haben erst mal ein oder zwei Bier getrunken und sich beraten. Dann sind sie mit einem Kanister Benzin aufs Dach geklettert, um den Schornstein frei zu brennen. Leider haben die beiden nicht bedacht, dass unten in der Küche der Ofen noch brannte und der Schornstein daher heiß war. Gerade als sie das Benzin in den Schornstein gegossen hatten, gab es einen mächtigen Knall. Das Haus hat gewackelt, die Augenbrauen der Männer waren weg, aber der Schornstein war wieder frei.