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Plattdeutsche Geschichten
Sabine Schierholz und Ernst Meier

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De nĂĽjje Tiun  23.08.2008

 Vör Johrn häbben wĂĽi mol de Geschichten van den Kerls vatellt, de eunen nĂĽjjen Gorn´ntiun vör Biuer Meiers Gorn biut un sick dobĂĽi vermeten hät. Os seu de Tiun-Elemente an den Pöhlen faste maken wolln, gaff et dĂĽsset Problem: De Kerls hät buin Affmeten nich bedacht, dat de TiunstĂĽcke eun StĂĽck länger suin mötten os de Twiskenräume twisken den Pöhlen, domet seu an´n Pöhlen anschriuwt wern könn´n. Un van den Tiundeulen för Biuer Meiers Gorn was jeudet gerode seo lang (eoder bätter sächt: seo kort), dat et twisken tweu Pöhlen hendĂĽr passt hät. De Chef schull den Gesellen, de Geselle schull den Stift, hät öbber ollet nicks hulpen.

Öwwer domet was et nich geneog, de Geschichten gink nau foider: De Tiunstücke wörn asseo wier upn Waan laan un teo de Wärkstie trüjjebrocht. Do hät man de Latten affschriubt un längere Holme nommen; dat was lichter, os nüjje Fundamente för de Pöhle teo geuten. No de Pleite van´n Vördag hät de Kerls düsset Mol ganß niwwelant up de Mote kecken. An´n naichsten Mondag sind de dreu Kerls wier in Meiers Gorn kommen, de Mäster, de Geselle, de Stift un seu hät de Tiunstücke metbrocht. Düttmol was ollet passig und de Staketten konn an de Tiunpöhle anschriubet wern. An´n Nomiddag stund de nüjje Tiun un olle sind teofrie wesen. An´n naichsten Morn stund Meier an´n Kükenfenster un hät in den Gorn keken. Do kam süine graute Dogge dür den Gorn rannt, wüil heu den Nower süinen Rüen up de Stroten sach. Un os de Dogge niu tiejen den Tiun sprang, do ess de nüjje Tiun ganß sachte ümmekippt. De Fundamente sind teo flack wesen un de schwore Rüe hät seu eunfach iut den Bodden retten.

Der neue Zaun

Vor Jahren haben wir mal die Geschichte von den Männern erzählt, die einen neuen Gartenzaun vor Bauer Meiers Garten gebaut und sich dabei vermessen hatten. Als sie die Zaunelemente an den Pfählen fest machen wollten, gab es dieses Problem: Die Männer hatten beim Abmessen nicht bedacht, dass die Zaunstücke ein Stück länger sein mussten als die Zwischenräume zwischen den Pfählen, damit sie an den Pfählen angeschraubt werden konnten. Und von den Zaunteilen vor Bauer Meiers Garten war jedes gerade so lang /oder besser gesagt: so kurz), dass es zwischen zwei Pfählen durchpasste. Der Chef rügte den Gesellen, der Geselle rügte den Lehrling, hat aber alles nichts geholfen.

Aber damit war es nicht genug, die Geschichte ging noch weiter: Die Zaunstücke wurden also wieder auf den Wagen geladen und zur Werkstatt zurückgebracht. Da hat man die Latten abgeschraubt und längere Holme genommen; das war leichter als neue Fundamente für die Pfähle zu gießen. Nach der Pleite vom Vortag haben die Männer dieses Mal ganz genau auf die Maße geguckt. Am nächsten Montag sind die drei Männer wieder in Meiers Garten gekommen, der Meister, der Geselle, der Lehrling und sie haben die Zaunstücke mitgebracht. Dieses Mal passte alles und der Holzzaun konnte an die Zaunpfähle angeschraubt werden. Am Nachmittag stand der neue Zaun und alle sind zufrieden gewesen. Am nächsten Morgen stand Meier am Küchenfenster und schaute in den Garten. Da kam seien große Dogge durch den Garten gerannt, weil er Nachbars Rüden auf der Straße sah. Und als die Dogge nun gegen den Zaun sprang, da ist der neue Zaun ganz sacht umgekippt. Die Fundamente waren zu flach gewesen und der schwere Rüde hat sie einfach aus dem Boden gerissen.