Startseite

Noch mehr Lippisch Platt gibt es hier:

Plattdeutsches
Wörterbuch


Gedichte

Lieder

Geschichten

Lippske-Leuer

Plattdeutsche Links

Impressum














 

              
Plattdeutsche Geschichten
Sabine Schierholz und Ernst Meier

zurĂĽck zur Ăśbersicht 2008

Wat kaultet teo drinken    9.08.08

 BĂĽi euner Affdeilung up eunen lippsken Amte was eune Sitzung ansächt, doteo wörn Luie van Ă„mtern un Natiurschutzvereunen iut den anneren lippsken Städten inlaan. Eun Rium vör de Versammlung word iutsucht un reservört un de teostännigen Kerls hät de Unnerlogen för dat Dreppen teohaupe stellt. An´n Dag vör de Sitzung gaff de Chef euner sĂĽiner Amtsfriuen nau eunige AnwĂĽisungen för den naichsten Dag: Steohle un Diske trächte rĂĽcken, de PapĂĽre an de Plätze löjjen, Kaffeköppken un Gläser henstellen, den Kaffe un Keoken in de KantĂĽinen affhaalen un Waterbuteljen iut den Keller haalen. Et was eune ganĂź besunnert heute Wecken un in den Sitzungsrium ess et dĂĽht warm wesen. DorĂĽmme see de Chef teo sĂĽiner Amtsfriu: „Bitte achten Sie diesmal darauf, dass die Getränke auch kalt sind.“ BĂĽi de läßten Dagung hät dat nämlik nich klappt un dat Mineralwater ess liwwewarm wesen. De Friu hät dat teosächt un domet was et dat för den Chef – heu hät ja auk rellewanteret teo deon.

An´n naichsten Dag keumen de Kollegen, de Dagung hät anfangen un den ganßen Vörmeddag diuert, wüil öwwer velle Saken kürt wern moßte. Seowüit hät auk ollet klappt. Öber et ess wier eun heuter Dag wesen un de Luie wolln nich blauß Kaffe, sunnern auk Mineralwater drinken. Un dat Water was justamente seo warm os de Kaffe. No de Sitzung see de Chef dorümme teo de Amtsfriu: „Ich hatte Sie doch darum gebeten, kalte Getränke zu besorgen.“ Do hät de Friu antweort: „Öber darup häbbe eck doch düttmol ganß besunnert achtet. Os eck dat Water gistern iut den Keller haalt un in den Daungsrium stellt häbbe, do ess et schön kault wesen.“

Was kaltes zu trinken

Bei einer Abteilung eines lippischen Amtes war eine Sitzung angesagt, dazu wurden Leute von Ämtern und Naturschutzverbänden aus den anderen lippischen Städten eingeladen. Ein Raum für die Versammlung wurde ausgesucht und reserviert und die zuständigen Männer hatten Unterlagen für das Treffen zusammengestellt. Am Tag vor der Sitzung gab der Chef einer seiner Amtsfrauen noch einige Anweisungen für den nächsten Tag: Stühle und Tische zurechtrücken, die Papiere an die Plätze legen, Kaffeetassen und Gläser hinstellen, Kaffee und Kuchen aus der Kantine abholen und Wasserflaschen aus dem Keller holen. Es war eine ganz besonders heiße Woche und in dem Sitzungsraum war es sehr warm. Darum sagte der Chef zu seiner Amtsfrau: Bitte achten Sie diesmal darauf, dass die Getränke auch kalt sind.“ Bei der letzten Tagung hat das nämlich nicht geklappt und das Mineralwasser war lauwarm. Die Frau hat das zugesagt und damit war es das für den Chef – er hat ja auch wichtigeres zu tun.

Am nächsten Tag kamen die Kollegen, die Tagung hat angefangen und den ganzen Vormittag gedauert, weil über viele Dinge geredet werden musste. So weit hat auch alles geklappt. Es war wieder ein heißer Tag und die Leute wollten nicht nur Kaffe, sondern auch Mineralwasser trinken. Und das Wasser war gerade so warm wie der Kaffee. Nach der Sitzung sagte der Chef darum zu seiner Amtsfrau: „Ich hatte Sie doch darum gebeten, kalte Getränke zu besorgen.“ Da antwortete die Frau: „Aber darauf habe ich doch diesmal ganz besonders geachtet. Als ich das Wasser gestern aus dem Kellerraum geholt und in den Tagungsraum gestellt habe, da ist es schön kalt gewesen“.