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Plattdeutsche Geschichten
Sabine Schierholz und Ernst Meier

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De Steunwurf    17.05.08

 Müin Vadder ess in Gelsenkärken upwassen. Mänjet ess in seo euner Stadt för de Kinner anners os up´n Lanne öber mänjet ess auk glüick. In de grauten Stadt gaff et twisken den Jungs iut den unnerscheudliken Stadtdeilen un Stroten faken Strüit. Wänn sick tweu Jungs eoder tweu „Banden“ dreppen hät, dänn gaff et Kabbelüjje un auk mol Schlege.

Eunet Dages hät Günter, müin Vadder, up de Stroten spellt, os up de Strotensüite jiejenöwwer Karl van de anneren Bande updiukt ess. Heu kamm iut den Laden anner Ecke, wo heu för süine Modder eune Buteljen Spüiseölje haalt hät. Os Karl süinen Weddersaker Günter sach, hät heu eunen Steun greppen un Günter annen Kopp schmetten. De Biulen ess auk glüik upplatzt un an teo bleon fangen. Dat hät Günter öber nich hinnert den Steun trüjje teo schmiuten un de Öljebuteljen teo dreppen, de Karl in den Hand haalen hät. De Buteljen gink kaputt, dat Spüiseölje ess in de Güttenstie laupen un Karl ess ümme de naichste Ecken verschwunnen. Büi Günter moßte de Kinnerdokter de Platzwunne naijjen.

An´n Ohmd hät et büi Günters Öllern pängelt un Karl stund met süinem Vadder vör de Dür. De wolln van Günters Vadder Geld vör de kaputte Buteljen un dat Ölje. „Dat dreppet sick geot“, see Günters Vadder. „Eckwell düi de Buteljen un dat Ölje cherne betahlen. Müin Suhne droffte den Steun ja nich trüjjescheuten. Öber dänn moßt diu natiurlik auk de Räcknunge för den Dokter betahlen, den Steun hät ja diun Karl schmetten.“ Karls Vadder hät sick ümmedraijjet un ess griußlaus gangen. Vör de Hiusdür hät heu süinen Suhne örstmol genau befroget un änne glüick an Eort un Stie wat achtervör giewen.

Der Steinwurf

Mein Vater ist in Gelsenkirchen aufgewachsen. Manches ist in so einer Stadt für die Kinder anders als auf dem Lande aber manches ist auch gleich. In der großen Stadt gab es zwischen den Jungen aus den unterschiedlichen Stadtteilen und Straßen oft Streit. Wenn sich zwei Jungen oder zwei Banden getroffen hatten, dann gab es Gerangel und auch mal Schläge.

Eines Tages hat Günter, mein Vater, auf der Straße gespielt als auf der Straßenseite gegenüber Karl von der anderen Bande aufgetaucht ist. Er kam aus dem Laden an der Ecke, wo er für seine Mutter eine Flasche Speiseöl geholt hat. Als Karl seinen Widersacher Günter sah, hat er einen Stein genommen und Günter an den Kopf geschmissen. Die Beule ist auch gleich aufgeplatzt und an zu bluten gefangen. Das hatte Günter aber nicht gehindert den Stein zurückzuschmeißen und die Ölflasche zu treffen, die Karl in der Hand hatte. Die Flasche ging kaputt, das Speiseöl ist in die Hausrinne gelaufen und Karl ist um die nächste Ecke verschwunden.. bei Günter musste der Kinderarzt die Platzwunde nähen.

Am Abend Hat es bei Günters Eltern geklingelt und Karl stand mit seinem Vater vor der Tür. Die wollten von Günters Vater Geld für die kaputte Flasche und das Öl. „Das trifft sich gut“, sagte Günters Vater. Ich will dir die Flache und das Öl gerne bezahlen. Mein Sohn durfte den Stein ja nicht zurückschießen. Aber dann musst du natürlich auch die Rechnung für den Doktor bezahlen, den Stein hat ja dein Karl geschmissen.“ Karls Vater hat sich umgedreht und ist grußlos gegangen. Vor der Tür hat er seinen Sohn erst mal genau befragt und ihm gleich an Ort und Stelle was hintendrauf gegeben.