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Plattdeutsche Geschichten
Sabine Schierholz und Ernst Meier

zurĂŒck zur Übersicht 2008

De Veldromer Spinnscheole

 Wer van Hauern no Altenbeken öwwer de Egge fohrt, de kommt dĂŒr de Dörper Veldrom un Feldrom. Veldrom ess eun lippsket Dorp un Feldrom ess preusk; in den lippsken Dorp wörn de Luie evangelisk und in den preusken wörn seu katholsk. Öber in beuden Dörpern sind de Luie arm wesen, dĂ€nn dat Wedder ess riuh do up de Egge un de Feilder sind steunig. Do gaff et vör de Minsken vell Arböjje un man bleos lĂŒttke Ahrnten. In schlĂ€chten Johrn sind de Kinner iut Veldrom no Deppelt gohn, ĂŒmme bĂŒi den begeuterten Luien inner Residenzstadt ĂŒmme Braut teo bĂ€ddeln. Domols hĂ€t auk Auguste von Donop in Deppelt liebet un de hĂ€t nich blauß wat hinnern Diumen hat, Auguste hĂ€t sick auk ĂŒmme de Kinner bekummert. DorĂŒmme hĂ€t et eunen Kotten in Veldrom kaupt un eune Spinnscheolen för de veldromer Kinner grĂŒnnet. 1854 hĂ€t de Spinnscheole de örsten Kinner upnommen und bĂ€t 1929 hĂ€t et de Scheolen giewen. Auk Kinner iut den preusken Feldrom sind in de Scheolen upnommen worn. De Spinnscheolen word jeudet Johr no den Enne der Feildarböjje inÂŽn November öppnet. In de Scheolen hĂ€t de Jungs spinnen un de Meken spinnen, naijjen un stricken lernt, seu hĂ€t wat warmet teo eten kriegen un hĂ€t auk lesen un schrĂŒiwen lernt. Nau in den Johrn twisken 1910 un 1920 sind jeuden Winter twisken 20 un 33 Kinner in de Spinnscheolen upnommen worn; eun bettken weuniger os de HĂ€lfte dovan Jungen. No den Tweuten WeltkrĂŒig sind den Jungen wegbliewen un blauß nau Meken sind teon handarböjjen in de Scheolen kommen. Vandage ess dat Gebuide eun Wonnhius, öber eun Schild an de Hius sĂŒiner StrotensĂŒite erinnert an de aule veldromer Spinnscheolen un de Stiftung.

Die Veldromer Spinnschule

 Wer von Horn nach Altenbeken ĂŒber die Egge fĂ€hrt, der kommt durch die Dörfer Veldrom und Feldrom. Veldrom ist ein lippisches Dorf und Feldrom ist preußisch; in dem lippischen Dorf waren die Leute evangelisch und in dem preußischen waren sie katholisch. Aber in beiden Dörfern waren die Leute arm, denn das Wetter ist rauh auf der Egge und die Felder sind steinig.. Da gab es fĂŒr die Menschen viel Arbeit und nur kleine Ernten. In schlechten Jahren gingen die Kinder aus Veldrom nach Detmold, um bei den begĂŒterten Leuten in der Residenzstadt um Brot zu betteln. Damals lebte auch Auguste von Donop in Detmold und die hat nicht nur was hinter dem Daumen gehabt, Auguste hat sich auch um die Kinder gekĂŒmmert. Darum kaufte sie einen Kotten in Veldrom und grĂŒndete eine Spinnschule fĂŒr die Veldromer Kinder. 1854 hat die Spinnschule die ersten Kinder aufgenommen und bis 1929 gab es die Schule. Auch Kinder aus dem preußischen Feldrom wurden in der Schule aufgenommen. Die Spinnschule wurde jedes Jahr nach dem Ende der Feldarbeit im November geöffnet. In der Schule haben die Jungen spinnen und die MĂ€dchen spinnen, nĂ€hen und stricken gelernt, sie haben etwas warmes zu essen bekommen und haben auch lesen und schreiben gelernt. Noch in den Jahren zwischen 1910 und 1920 sind jeden Winter zwischen 20 und 33 Kinder in die Spinnschule aufgenommen worden; ein bisschen weniger als die HĂ€lfte davon Jungen. Nach dem zweiten Weltkrieg sind die Jungen weggeblieben und es kamen nur noch MĂ€dchen zum Handarbeiten in die Schule. Heute ist das GebĂ€ude ein Wohnhaus, aber ein Schild an dem Haus der Straßenseite erinnert an die alte Veldromer Spinnschule und die Stiftung.