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Plattdeutsche Geschichten
Sabine Schierholz und Ernst Meier

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Härwestlauw  18.10.08

 Wänn in´n Härwest de Sunne up den Wauld in´n Lippsken schüint, froijjen wüi us öwwer de bunten Farwen de dat Lauw dänn hät. Met den örsten Frost kommen de schönen bunten Blädder ollerdinges in Massen van den Bäumen un dat ess vellen van us lästig. Dänn mott man nämlik jümmer wier das Lauw teohaupe feen un dat maket nich jeuder cherne. Kium ess man ferg, da kommt eun Windstaut un de Arböjje fäng van vörne an. Man kann dät öber auk blüiwen loten, wänn man blauß eune geoe Iutriede hät.

Met ühren Mieter Manfred hät eune Vermieterin in´n Lippsken iutmaket, dat heu den Gorn´n metmaken moßte. Doför hät de Friu den Manfred wat van de Miete noloten. De Gorn´n was eunigermoten pflegelicht un in´n Sommer gaff et met düsser Affmakunge keune Probleme, teomol Manfred Görner was. In´n Härwest lagg ollerdinges züimlik vell Lauw upn Rasen, dänn an den Wäg teom Hius stönnen graute Berken. Os dat met den Lauw niu teovell word, hät de Vermieterin teo ühren Mieter sächt, dat heu wat dojiejen deon sall. Öbber de Manfred was seon Kerl, de „geot teon Tiunpohl“ ess un seo bleiw dat Lauw örstmol lüjjen. Domet was de Vermieterin öber gornich inverstanden un hät Manfred niu jeuden Dag upt Nüjje anmeckert. Dat was änne eunet Dages dänn doch teovell un do heu hät süine Luie kommen un de Berken korterhand ümme maken loten. Der Vermieterin hät heu vatellt, dat de Bäume krank wesen sind un dat heu ühr eunen grauten Gefallen doen hät. De Vermieterin was met de Antweort teofrie un dankbar, dat ühr Mieter de kranken Bäume auk glüik ümmemaket hät. Manfred moßte keun Lauw feen un hät dat Holt auk nau verkaupen könn´n.

Herbstlaub

Wenn im Herbst die Sonne auf den Wald in Lippe scheint, freuen wir uns über die bunten Farben, die das Laub dann hat. Mit dem ersten Frost kommen die schönen bunten Blätter allerdings in Massen von den Bäumen und das ist vielen von uns lästig. Dann muss man nämlich immer wieder das Laub zusammen fegen und das macht nicht jeder gern. Kaum ist man fertig, da kommt ein Windstoß und die Arbeit fängt von vorne an. Man kann das aber auch bleiben lassen, wenn man nur eine gute Ausrede hat.

Mit ihrem Mieter Manfred hat eine Vermieterin in Lippe ausgemacht, dass er den Garten mitmachen musste. Dafür ließ die Frau Manfred etwas von der Miete nach. Der Garten war einigermaßen pflegeleicht und im Sommer gab es mit dieser Abmachung keine Probleme, zumal Manfred Gärtner war. Im Herbst lag allerdings ziemlich viel Laub auf dem Rasen, denn an dem Weg zum Haus standen große Birken.  Als das mit dem Laub nun zuviel wurde, sagte die Vermieterin zu ihrem Mieter, dass er etwas dagegen tun sollte. Aber der Manfred war so ein Mann, der „gut zum Zaunpfahl“ ist und so blieb das Laub erst mal liegen. Damit war die Vermieterin aber gar nicht einverstanden und hat Manfred nun jeden Tag aufs Neue angemeckert. Das war ihm dann eines Tages dann doch zuviel und da hat er seine Leute kommen lassen und die Birken kurzer Hand fällen lassen. Der Vermieterin erzählte er, dass die Bäume krank gewesen wären und er ihr so einen großen Gefallen getan hat. Die Vermieterin war mit der Antwort zufrieden und dankbar,dass ihr Mieter die kranken Bäume auch gleich gefällt hat. Manfred musste kein Laub fegen und hat das Holz auch noch gut verkaufen können.