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Plattdeutsche Geschichten
Sabine Schierholz und Ernst Meier

zurück zur Übersicht 2008

De Brill´n   26.07.08

 Wänn man in de Johre kümmt un teon lesen eune Brill´n briuket ess et besonners unbequeim, wänn man sick upet schmuiget Sofa sitt ümme in de Zeitung teo küiken un dänn finnt man de vamuckte Brill´n nich. Wänn diu eune Tweustärkenbrill´n häst, passört diu dat nich, öber auk domet biste vör Öwwerraschungen nich seker.

Teo müiner Frünnin Ulli kommt de Frisöse int Hius, seo wat ess ja ganß plüitsk. Teo düssen Termüin in´n Februar kamm auk jühre Frünnin Inge, ümme de geoe Gilegenheut teo nütten un sick dat Hoor maken teo loten. Wehrend de Frisöse met den Beuden niu teogange was, moßten seu eun paarmol ühre Brill´n affsetten, domet de büin wasken un färwen nich innen Wege sind. Os de Frisöse met Inge färg was, moßte de sick spiuten. Et hadde versproken, eun paar Stunnen up de Grautkinner in Lemje upteopassen, wüil ühre Dochter upt Amt moßte. Ullis Frisur word dono auk färg maket und dänn hät et nau seon bettken met de Frisöse quaddert un dobüi upriumt. Os de Frisöse weege was, woll Ulli juste nau in de Lanneszeitung küiken un do örst hät et merkt, dat wat nich in Ornunge was. Os et de Brill´n nüipe beküikt hät, was klor, wat do laus was: Dat was gornich ühre Brill´n sunnern de van Inge. Ulli hät wußt, wo ühre Frünnin henwoll un hät asseo büi Inge ührer Dochter anreopen: „Diu Inge, kann dat süin, dat diu müine Brille´n up de Nesen häst? Düine ess jeudenfalls nau büi müi in de Kücken.“ „Ach chott“, see Inge. „Un eck häbbe müi wunnert, dat eck vandage seo wüit küiken un seo schlächt lesen kann. Öber wüil de Brill´n ja oll eun paar Johre upn Buckel hät, häbbe eck müi nicks dobüi dächt.“

Die Brille

 Wenn man in die Jahre kommt nd zum Lesen einen Brille braucht, ist es besonders unbequem, wenn man sich auf das geschmeidige Sofa setzt um in die Zeitung zu schauen und dann findet man die ärgerliche Brille nicht. Wenn du eine Gleitsichtbrille hast, passiert dir das nicht, aber auch damit bist du vor Überraschungen nicht sicher.

Zu meiner Freundin Ulli kommt die Friseurin ins Haus, so war es ja ganz pfiffig. Zu diesem Termin im Februar kam auch ihre Freundin Inge, um die gute Gelegenheit zu nutzen und sich das Haar machen zu lassen. Während die Friseurin mit den beiden noch beschäftigt war, mussten sie ein paar Mal ihre Brillen absetzen, damit die beim Waschen und Färben nicht im Weg sind. Als die Friseurin mit Inge fertig war, musste die sich sputen. Ie hatte versprochen, ein paar Stunden auf die Enkel in Lemgo aufzupassen, weil ihre Tochter zum Amt musste. Ullis Frisur wurde danach auch fertig gemacht und dann hat sie noch ein bisschen mit der Friseurin gequatscht und dabei aufgeräumt. Als die Friseurin fort war, wollte Ulli noch in die Landeszeitung schauen und da erst hat sie gemerkt, dass was nicht in Ordnung war. Als sie die Brille genau angeschaut hatte, war klar was da los war. Das war gar nicht ihre Brille sondern die von Inge. Ulli wusste wo ihre Freundin hin wollte und hat also bei Inges Tochter angerufen. „Du Inge, kann das sein, dass du meine Brille auf der Nase hast? Deine ist jedenfalls noch bei mir in der Küche.“ „Ach Gott,“ sagte Inge. „Und ich habe mich gewundert, dass ich heute so weit gucken und so schlecht lesen kann. Aber weil die Brille ja schon ein paar Tage auf dem Buckel hat, habe ich mir nichts dabei gedacht“
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