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Plattdeutsche Geschichten
Sabine Schierholz und Ernst Meier

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De Palmsunndag   15.03.08

De sesste Sunndag in de Fastentüit un de läßte Sunndag vör Austern hett Palmsunndag. Dat Ereugnis, dat düssen Sunndag den Nomen gifft wärt in de Buibel in´n Johannesevangelium 12, 12-13 vertellt: An´n naichsten Dag hät de Luie, de teon Passahfest keumen hort, dat Jesus up den Wäg no Jerusalem was. Do neuhm´m de Luie Palmblädder, gingen änne entjiejen vör de Stadt un seu hät wisse reopen: „Geprüisen süi Gott! Heil den, de in süinen Updrag kommt. Heil den Könning Israels!“

An Palmsunndag wärt in de katholsken Kärken de Palmstöcke sejnet. In Nordduitskland wern de Palmstöcken van den Kinnern teo den Gevaddern eoder den Grautöllern bracht un seu bekommen doför Schickarüjje. Palmblädder stohn in de christliken Teukenlehre för Frien, Heuligkeut un Uperstohnung; up den middelollerliken Billern stohn seu för Christus. In den suidliken Lännern ess dat ja nich schwor, Palmblädder in de Kärken teo bringen. In iusen Jiejenden word Wientelgen os Palmen nommen, gröttstendeils van de Seulewien (= Salweide), dänn bevör et den Massentourismus gaff, hät eohnehen kium eun Minske in Meddeleuropa eune rächte Palme seuhn. Un de Wien, de met ühren Kättken de Frohtüit ankünnigen, sind ja auk eun schönet Teuken för de Uperstohnung. Auk in de weltliken Literatur word teon Wienbaum „Palme“ sächt, seo os in den schönen Leuwedlied „Ännchen von Tarau“, dat in samländsken Plattduitsk dichtet word und dat Gottfried Herder int hauchduitske öbersettet hät: „Recht as een Palmen-Bohm äver söck stöcht, je mehr en Hagel on Regen anföcht. So wardt de Löw' ön onß mächtich on groht, dörch Kryhtz, dörch Lyden, dörch allerley Noht.“

Der Palmsonntag

 Der sechste Sonntag in der Fastenzeit und der letzte Sonntag vor Ostern heiĂźt Palmsonntag. Das Ereignis, das diesem Sonntag den Namen gibt, wird in der Bibel im Johannesevangelium erzählt. Am nächsten Tag haben die Leute, die zum Passahfest kamen, erzählt, dass Jesus auf dem Weg nach Jerusalem wäre. Da nahmen die Leute Palmenblätter, gingen ihm entgegen vor die Stadt und sie haben laut gerufen: „Gepriesen sei Gott! Heil dem, der in seinem Auftrag kommt. Heil dem König Israels!“

 Am Palmsonntag werden in der katholischen Kirche die Palmenzweige gesegnet. In Norddeutschland werden die Palmenzweige von den Kindern zu den Paten und GroĂźeltern gebracht und sie bekommen dafĂĽr SĂĽĂźigkeiten. Palmblätter stehen in der christlichen Symbolik fĂĽr Frieden, Heiligkeit und Auferstehung; auf den mittelalterlichen Bildern stehen sie fĂĽr Christus. In den sĂĽdlichen Ländern ist das ja nicht schwer, Palmenblätter in die Kirche zu bringen. In unseren Gegenden wurden Weidenzweige als Palmen genommen, größtenteils von der Salweide, denn bevor es den Massentourismus gab, hat ohnehin kaum ein Mensch in Mitteleuropa eine echte Palme gesehen. Und die Weiden, die mit ihren Kätzchen den FrĂĽhling ankĂĽndigen, sind ja auch ein schönes Zeichen fĂĽr die Auferstehung. Auch in der weltlichen Literatur wurde zum Weidenbaum Palme gesagt, so wie in dem schönen Lied „Ännchen von Tarau“, das in samländischem Plattdeutsch gedichtet wurde und das Gottfried Herder in das hochdeutsche ĂĽbersetzt hat: „So wie ein Palmenbaum ĂĽber sich steigt, je mehr ihn Hagel und Regen anficht. So wird die Liebe mächtig und groĂź, durch Kreuz, Verfolgung und mancherlei Not..